Panel de discusión acerca del conflicto entre Cataluña y Madrid

Westfälische Friedensgespräche 2023
Internationale Literatur als Konfliktlösungsstrategie und politischer Impulsgeber

mit den spanischen Schriftstellern Jordi Puntí und José Ovejero sowie dem Kurator der Westfälischen Friedensgespräche Najem Wali. Tuvo lugar el domingo 22.10.2023 en Haus am Dom. Die Diskussion war auf Deutsch und Englisch geführt.

¿De qué se trató?

2023 widmet sich das Projekt dem jahrhundertealten Konflikt zwischen der spanischen Region Katalonien und der Zentralregierung in Madrid, der bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht, den historischen Westfälischen Frieden von 1648 überdauert hat und heute noch aktuell ist. Die Abspaltung eines Autonomiegebiets ist in der spanischen Verfassung nicht vorgesehen. Dennoch gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: ein Referendum im ganzen Land oder eine Verfassungsänderung durch das spanische Parlament. Vor diesen beiden unüberwindbar scheinenden und polarisierenden Hürden steht nicht nur die Politik, sondern auch die Bürgerschaft. Hier könnten die beteiligten Hauptautoren – Jordi Puntí (Barcelona) und José Ovejero (Madrid) – ansetzen und neue Perspektiven auf den Konflikt eröffnen. Begleitet durch den Ideengeber und Kurator des Projekts, den irakisch-deutschen Schriftsteller Najem Wali, erstellen sie Texte mit ihren Ideen/Visionen, die sie zuerst untereinander, dann auf öffentlichen Veranstaltungen und im Kontext der Friedenspreisverleihung des Deutschen Buchhandels im Haus am Dom diskutieren und weiter aushandeln. Die Moderation hat Dr. Lisa Straßberger.

Schriftsteller*innen aus zwei Ländern oder zwei Regionen, die in einem Konflikt miteinander stehen, entwerfen eine Vision für eine andere Art der Auseinandersetzung, um einem festgefahrenen politischen oder diplomatischen Dialog neue Impulse zu geben – dieser Grundgedanke steht im Mittelpunkt des Literaturprojekts «Westfälische Friedensgespräche». Durch ihre Bereitschaft, einander zuzuhören und aufeinander einzugehen, sollen Schriftsteller*innen darin mit den der Literatur zur Verfügung stehenden künstlerischen Mitteln, die in ihren jeweiligen Zivilgesellschaften vorherrschenden Meinungen, Ansichten und Vorurteile in den Blick nehmen, diese hinterfragen und in Bezug zu den offiziellen politischen Verlautbarungen setzen und erörtern. Denn Schriftsteller*innen eint die Fähigkeit, Konflikte auf ihre eigene – literarische – Weise zu sehen und darzustellen. Sie müssen sich nicht an Vorgaben oder politische Strategien halten, sondern können vielmehr einen neuen Standpunkt einnehmen, um die in den Konflikten auftretenden Parameter – ökonomische, politische, geographische, religiöse und kulturelle – aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Für 2023 hat die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Svenja Schulze die Schirmherrschaft übernommen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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